Update 08.10.2010: Es gibt Konsequenzen für den Polizisten Erkan C. Er muss eine Geldstrafe von 4800€ bezahlen. Mehr Infos dazu in meinem neuen Artikel.

Sowas bringt mich gleich auf 180!!! Aber seht selbst!

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Der Vorfall wurde von Mitgliedern des CCC gefilmt. Felix („Fefe“) hat in seinem Blog detailliert darüber berichtet. Zusätzlich hat Adrian Lang darüber berichtet, er war bei dem Vorfall vor Ort. Die Polizei nahm dazu auch Stellung. Viele aktuelle Infos gibts auch hier.
Folgenden Text entstand durch eine Kombination vom Video, dem Blogposts von Adrian und Fefe und der Stellungnahme der Polizei:

Nach der Veranstaltung kontrollierte die Polizei einen Lautsprecherwagen in der Linkstraße.

Im Zusammenhang mit der Überprüfung des Lautsprecherwagens kam es seitens mehrerer Teilnehmer zu massiven Störungen der polizeilichen Maßnahmen.

Die Tonaufnahmen des Lautsprecherwagens, der während eines Interviews kontrolliert wurde, sollen angeblich vorhanden sein und keinerlei massive Störungen aufweisen.
Eine dabei vollzogene Festnahme (oder mehrere) empörte einen Fahrradfahrer; im Video blaues Hemd, laut Polizei „ein 37-Jähriger“. Dieser versuchte daraufhin bei den Beamten die Dienstnummer der Polizisten zu verlangen. Ihm wurde an dieser Stelle anscheinend ein Platzverweis ausgesprochen.

Trotz wiederholter Aufforderungen, den Ort zu verlassen, störte insbesondere ein 37-Jähriger weiter.

„Anders als andere Personen kam er dem ‚Platzverweis‘ sehr schnell nach“, wie man im Video sehen kann.

der Mann keine Anstalten machte, dem nachzukommen, nahmen ihn die Polizisten fest.

Totale Falschaussage seitens der Polizei, wenn ihr mich fragt.
uebergriff1Er nimmt sein Fahrrad und will gehen. Ein Polizist zieht ihn jedoch – trotz des friedlichen und sofortigen Abgangs – am T-Shirt zurück und ein weiterer Polizist („Polizist 2“) schlägt ihn 1 oder 2 mal stark ins Gesicht.
Ich möchte keine Vermutungen anstellen aber sieht es nicht so aus als würde dieser Polizist 2 mit einem Lächeln dem Demonstranten den 1. Schlag mitten ins Gesicht verpassen?

uebergriff-schlag-1uebergriff-schlag-3
2 aufeinanderfolgende Frames des Videos (zwischen Frame 1 und 2 ist noch einer dazwischen, dieser ist aber nicht weiter wichtig)
Ein weiterer Demonstrant, der daraufhin sofort versucht den 37-jährigen zu befreien, wird ebenfalls ins Gesicht geschlagen. Beide liegen etwa 2 Sekunden später am Boden und werden von mehreren Polizisten aggressiv attackiert.

Hierbei griff ein Unbekannter in das Geschehen ein und versuchte, den Festgenommenen zu befreien, was die Beamten mittels einfacher körperlicher Gewalt verhinderten.

Die Rede ist hier von dem 2. zu Hilfe kommenden Passanten. Die Schläge und Tritte, die den Jugendlichen zu Boden zwangen, wird hier als „einfache Gewalt“ abgetan.
Dieser Jugendliche ist wenig später im Video zu sehen.
Der 37-jährige Fahrradfahrer wurde krankenhausreif geprügelt und daher auch eingeliefert.

Keiner der Anwesenden machte Anstalten, eine Gefangenenbefreiung zu versuchen. Wie im Video teilweise am Rand sichtbar ist, waren die wenigen sich im direkten Umfeld befindlichen Personen damit beschäftigt, sich vor den Schlägen der Polizei zu schützen. Auf meiner Seite des Geschehens befanden sich außer mir lediglich zwei Personen (Bei dem Jugendlichen handelt es sich vermutlich um den Verletzten, später ebenfalls Festgenommenen, der andere Mann im weißen Hemd war etwas älter), die auf dem Boden lagen und geschlagen wurden. Ich schirmte zuerst den einen, dann den anderen ab und half ihnen auf, bei dem Verletzten half wie im Video erkennbar ein Polizist. Der Mann im weißen Hemd lag völlig passiv auf dem Boden und schützte sein Gesicht mit einem Arm. Von einer versuchten Gefangenenbefreiung war also auf meiner Seite nichts erkennbar. Nicht erwähnt wird die spätere Festnahme des Verletzten, der laut Zeugenaussage ebenfalls um eine Dienstnummer bat.

Am Samstag fand in Berlin eine Demo unter dem Motto „Für eine freie Gesellschaft, für Freiheitsrechte, gegen Massenüberwachung, Vorratsdatenspeicherung und Sicherheitswahn“ statt.
Die Teilnehmerzahl liegt zwischen 10.000 (Polizeischätzung) und 15.000 (heise.de, Veranstalter).

Der Chaos Computer Club fordert nach diesen Übergriffen – zurecht – eine bundeseinheitliche Kennzeichnungspflicht von Polizibeamten.

Updates:
N24 Interview mit Kriminaldirektor Frank Millert, Sprecher der Polizei Berlin.
Strafanzeige von Rechtsanwalt Stefan Richter.
Stellungnahme der Anwälte des 37-jährigen Fahrradfahrers.
Polizist wurde nicht vom Dienst suspendiert sondern nur aus der Einheit genommen.
Einige weitere Video aufgetaucht, Radfahrer vermisst seine Notizen.